Strukturwandel in Rethwisch

Helmut Dierks, Landwirt aus dem Ortsteil Rethwisch, verlagert seine Produktion nach Kanada, und symbolisiert damit den weiter anhaltenden Strukturwandel in der deutschen Landwirtschaft.

1999 entschloss sich Dierks seine Schweinemast auszuweiten, aber bedingt durch die unmittelbare Nähe seines Betriebes zur Dorflage entstand ein siebenjähriger bürokratischer und prozessualer Wettlauf, der im Mai 2006 zur Aufgabe von Dierks führte. Dierks verkaufte den von seinen Eltern 1956 begründeten Hof und plant einen Neubeginn in Kanada.

Mit der Betriebsaufgabe verliert Rethwisch den letzten aktiven landwirtschaftlichen Betrieb und symbolisiert den anhaltenden Strukturwandel in diesem Sektor. Positiv aber bleibt, dass Dierks nicht, wie viele andere Landwirte, zum Opfer des Strukturwandels wird, sondern rechtzeitig einen betrieblich zwingend notwendigen Standortwechsel vollzieht.

Auch die Gemeinde Lehmkuhlen verliert mit Dierks einen engagierten Bürger, der sich viele Jahre ehrenamtlich in der Freiwilligen Feuerwehr und der Gemeindevertretung eingebracht hat.

Auf der Hofstelle von Dierks soll nun entsprechend eines Grundsatzbeschlusses des Gemeinderats Bauland für Wohnungen entstehen, deren Erschließung voraussichtlich in 2008 abgeschlossen sein wird. Der Gemeinderat sieht zwar besorgt die Entwicklung, die der Strukturwandel im ländlichen Raum mit sich bringt, begrüßt aber die Entwicklung in diesem konkreten Fall, denn durch den Fortfall der Schweinemast verschwinden auch die Probleme, die zwischen einigen Anwohnern und dem Landwirt gären.

Die Gebäude und Anlagen auf der Hoffläche werden weitestgehend abgebrochen, lediglich die beiden heute genutzten Wohngebäude bleiben erhalten. Die Fläche soll dann über einen wassergebundenen Weg für die Baugrundstücke erschlossen werden. Wer Interesse an den vorhandenen Wohngebäuden oder den Baugrundstücken hat, kann sich an die Guts- und Forstverwaltung Lehmkuhlen, 24211 Lehmkuhlen, 04342-766112 wenden.

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