Gestern abend war es geschafft, zumindest für die Gerste. Die Prognosen vorher waren durchwachsen, und eine Rekordernte hat letztlich auch niemand erwartet. Aber die Unkenrufe des Bauernverbandes waren nun wahrlich übertrieben. Immer wieder war die Rede von 10 bis 15% Einbußen gegenüber dem Vorjahr, wobei unerwähnt blieb, dass gerade bei der Gerste die Ernte im Vorjahr außerordentlich gut gelaufen ist. Am Ende stellen die nun nach Hause geholten knapp 87 dt/ha ein Ergebnis dar, das über dem fünfjährigen Mittel liegt und somit positiv zu bewerten ist.
Die Preise zeigen sich derzeit noch stabil. Eine Mitteilung des Bauernverbandes macht denn auch Mut, dass es so bleiben könnte: In den letzten Jahren hat sich die Industrie neben den Lebens- und Futtermittelherstellern zu den Großabnehmern gemausert. Bereits im laufenden Jahr sollen rund 186 Millionen Tonnen zu Bioäthanol, Stärke oder Malz verarbeitet werden. Und die Aussichten des im zweistelligen Bereich wachsenden Sektors sind angesichts der hohen Rohstoffpreisen an den Weltmärkten weiter positiv.